08.05.2006 — Süddeutsche Zeitung

In Klangabgründen

Schon als 24-jähriger war Luigi Nono mit dem frühen Orchesterstück „Compositione Nr.1“ in seine „geheime Welt“ der Klangreduktion, diffizilster Klangbalance, eingetaucht. Dirigent Peter Hirsch ließ die Münchner Philharmoniker ein Maximum an Klangschönheit produzieren, an Individualität und Dichte kollektiven Tons. ...
Danach die Nono-Uraufführung, Teile eines 1950 begonnen Projekts um den 1943 von den Nazis ermordeten tschechischen Publizisten und Widerstandskämpfer Julius Fucik. Ein Melodram: Zwei Sprecher (Manfred Andrae, Jochen Strodthoff) und das Orchester verkörpern ausdrucksstark ein Schicksal. Das von Peter Hirsch bearbeitete Fragment erinnert an Schönbergs „Überlebender aus Warscheu“ wie an Nonos späteren „Canto sospeso“, das frühe Hauptwerk um den politischen Widerstandskampf. „Fucik“: Nonos brisante Anfänge.

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