07.05.2009 — Neue Zürcher Zeitung

Marksteine

Das Collegium Novum Zürich unter Peter Hirsch

Vermutlich liegt es an der grandiosen Musik, sicher aber auch am Dirigenten: Das Collegium Novum Zürich hörte man in letzter Zeit kaum je so elektrisiert, genau und kammermusikalisch kommunikativ spielen wie am Dienstagabend in der Züricher Tonhalle unter der Leitung von Peter Hirsch. Anfang und Ende des Programms machten zwei Marksteine von Arnold Schönberg. Selten kann die ins Utopische zielende Synthese des musikalischen Denkens ihrer Zeit, wie sie in Schönbergs Kammersinfonie op.9 zu erleben ist, so direkt und emotionell, erhellend nachvollziehbar gehört werden, wie es in dieser fabelhaften Interpretation der Fall war. Zum Schluss die Suite op.29, sozusagen ein Klavierkonzert (Christoph Keller schien über sich selbst hinauszuwachsen), ein Wurf von einer Frische sondergleichen. Und der Höhepunkt des Abends.

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